Sechs Menschen verlieren bei Brand in Dietenheim ihr Zuhause

Die Einsatzkräfte kämpften in der Nacht stundenlang gegen die Flammen. Doch das Feuer am Mittwochabend hat das Doppelhaus in Dietenheim unbewohnbar gemacht. 

Von Wilhelm Schmid

Es ist praktisch nichts mehr übrig geblieben: Sechs Menschen haben durch den Brand in ihrem Doppelhaus in Dietenheim am Mittwochabend ihr Zuhause verloren. Die Feuerwehren rückten zwar mit allen verfügbaren Kräften aus, um die Flammen zu löschen. Doch das Feuer hat die eine Haushälfte komplett zerstört, auch die andere Hälfte ist unbewohnbar geworden. Jetzt will die Stadt Dietenheim versuchen, den kurz vor Weihnachten obdachlos gewordenen Familien zu helfen.

Die Bewohner des Doppelhauses, ein Ehepaar in der einen Hälfte sowie in der anderen eine Familie mit zwei Kindern, hatten das Haus rechtzeitig verlassen können. Sie blieben laut Polizei unverletzt. Wie Bürgermeister Christopher Eh unserer Redaktion am Morgen nach dem Brand erklärte, wolle er am Donnerstagvormittag mit der betroffenen Familie sprechen, um abzuklären, wie den obdachlos gewordenen Bewohnern geholfen werden kann, nachdem diese zunächst bei Verwandten untergekommen waren. 

So ging die Feuerwehr gegen den Großbrand in Dietenheim vor

Der Großbrand am Mittwochabend hat das Doppelhaus großteils zerstört und damit unbewohnbar gemacht. Zunächst war die Feuerwehr kurz vor 20 Uhr zu einem Zimmerbrand alarmiert worden. Zwei Minuten später wurde die Alarmstufe auf Gebäudebrand erhöht. Neben der bereits mit allen verfügbaren Kräften ausrückenden Feuerwehr Dietenheim wurden die Wehren aus Regglisweiler und Illertissen zur Unterstützung gerufen. 

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Haus bereits in Vollbrand. Dadurch konnten die Feuerwehrleute selbst unter schwerem Atemschutz nicht mehr ins Innere des Gebäudes und nur ein massiver Löschangriff von außen konnte erfolgen. Vom Wenderohr der Illertisser Drehleiter aus gingen die Feuerwehrleute von oben gegen die meterhoch aus dem Dach schlagenden Flammen vor, was auch erste Wirkung zeigte. Dafür wurden auch Teile der Dachhaut von oben her geöffnet. Zusätzliche Strahlrohre wurden sowohl gegen die Flammen aus dem Dach als auch aus den Fenstern des hauptsächlich betroffenen Hausteiles eingesetzt. 

Eine Drohnenstaffel der Feuerwehr war beim Brand in Dietenheim im Einsatz

Zu den genannten Feuerwehren kamen die für die Raumschaft Dietenheim zuständige Führungsgruppe des Alb-Donau-Kreises (ADK) mit Kräften aus Illerrieden und Schnürpflingen sowie die ADK-Drohnenstaffel aus Munderkingen, sodass die Einsatzleitung mit dem Dietenheimer Kommandanten Stefan Pistel und den Zugführern der Nachbarwehren die Tätigkeiten der insgesamt 65 Feuerwehrleute sowie den Fortgang der Löscharbeiten gut überblicken und koordinieren konnte. Begleitet wurde der Einsatz von vier Polizeibeamten des Reviers Ulm-West.Außerdem waren Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW) am Brandort. Daneben standen acht Einsatzkräfte des Rettungsdienstes in Bereitschaft, die aber nicht einzugreifen brauchten. Aus dem umgebenden Wohngebiet hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden, die sich aber in gebührendem Abstand vom Geschehen aufhielten und somit die Feuerwehr in keiner Weise behinderten. 

Auch die Warnapp NINA warnte vor dem Brand

Der dichte Brandrauch, der nur am Anfang auch auf die Umgebung niederging, zog im weiteren Verlauf meist senkrecht nach oben ab. Dazu hatte die Katastrophenschutz-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) eine Warnmeldung veröffentlicht, in der dazu aufgefordert wurde, wegen der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten. 

Die Löscharbeiten beschäftigten die Feuerwehren die ganze Nacht hindurch, sodass die einheimische Wehr erst gegen fünf Uhr morgens abrücken konnte. Wie die Polizei mitteilt, ist die am meisten betroffene Haushälfte komplett ausgebrannt, und auch die andere ist unbewohnbar. Der Sachschaden wird vorläufig auf rund 800.000 Euro geschätzt. Bislang ist noch Unklar, wie es zu dem Brand gekommen ist. Ermittlungen der zuständigen Kriminalpolizei sind im Gange. Ergebnisse sind laut dem ersten Polizeibericht erst in einigen Tagen zu erwarten.

Quelle: Illertisser Zeitung, Wilhelm Schmidt